08.03.2020

Wolfgang Stammen, Werken 7. Klasse

Im Werken haben wir nun lange das Thema Robin Hood bewegt. Da waren die Marionetten, die noch im Werden sind, und jetzt der Bogenschütze von Antoine Bourdelle als Tonmodell und Zwischenübung.

In der Geschichte des Robin Hood geht es in erster Line um das Suchen nach dem Gleichgewicht. Robin, der durch eine Ungerechtigkeit zum Verfolgten wird, sieht den Sinn seines Daseins nun darin, den Armen Geld zu geben, das er von den Reichen nimmt. Dies ist ein wunderbares Beispiel für ein Ungleichgewicht in der Welt, welches Robin versucht auszugleichen.

In der ganzen Geschichte taucht immer wieder das Thema des Gleichgewichtes auf. Robin gewinnt seinen ersten Freund dadurch, dass er von ihm auf einem über den Fluss liegenden Baum balancierend aus dem Gleichgewicht gebracht wird. Er sieht, dass der andere ein gutes Gleichgewicht hat und so vertraut er ihm und nimmt ihn als einen seiner ersten Freunde auf, mit denen er dann im Wald lebt.

In der 7. Klasse sind die Schüler so vital und noch nahe am kindlich Beweglichen, und gleichzeitig am Anfang der Pubertät, in der so vieles vorübergehend verloren geht. Alles kommt aus dem Gleichgewicht!

Sowohl Robin Hood, wie auch der Bogenschütze von Bourdell, den wir modelliert haben, können dem Schüler Leitfaden sein durch die Zeit der Pubertät mit ihren Prüfungen.

Die Schüler haben sich sehr gut auf diese Arbeit einlassen können, die für die meisten eine grosse künstlerische Herausforderung war.

Das Ergebnis jedes einzelnen kann sich wirklich sehen lassen und für mich war es eine sehr intensive, besondere Arbeit mit den Jugendlichen.

Im Gleichgewichtssinn erleben wir auch unseren Gerechtigkeitssinn. Ist dieser nicht gut ausgebildet, fällt es uns schwer, Ungerechtigkeiten zu erleben. Der Wunsch, diese auszugleichen, kommt dann nicht aus dem Erleben in uns auf.

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